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Klinik Fränkische Schweiz

Wie wird eine Tachykardie behandelt?

Im Notfall

Eine lebensgefährliche Form der Tachykardie ist das Kammerflimmern, das schnell zum Plötzlichen Herztod führen kann. In diesem Fall hilft nur ein über einen externen Defibrillator abgegebener Elektroschock, die Defibrillation: Das Kammerflimmern wird durch den Elektroschock durchbrochen, so dass das Herz zu einem regelmäßigen Rhythmus zurückfinden kann. Ist dagegen der Herzschlag sehr hoch, aber noch regelmäßig, wird keine Defibrillation angewendet. Der Arzt greift dann auf Medikamente zur Senkung der Herzfrequenz oder auch auf eine elektrische Kardioversion zurück: Im Unterschied zur Defibrillation ist die Kardioversion ein Elektroschock, der genau auf den Herzrhythmus abgestimmt abgegeben wird. Eine Kardioversion wird vor allem eingesetzt, um ein Vorhofflimmern zu beenden.

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Therapie von Tachykardien werden so genannte „Antiarrhythmika“ eingesetzt:

Betablocker: Sie bewirken eine Reduzierung der Erregbarkeit des Herzmuskels, weil sie die durch Adrenalin angeregten Betarezeptoren blockieren. Dadurch wird der Herzschlag verlangsamt. Betablocker werden auch zur Behandlung von Blutdruck und Herzschwäche (Herzinsuffizienz) eingesetzt.
Natriumantagonisten: Sie hemmen den Einstrom von Natrium in die Herzmuskelzellen. Auch dadurch verlangsamt sich der Herzrhythmus. Ein bekannter Wirkstoff ist Amiodaron.
Kaliumantagonisten: Sie hemmen den Kaliumausstrom aus den Herzmuskelzellen und sorgen dadurch ebenfalls für eine Verlangsamung des Herzrhythmus.
Kalziumantagonisten: Der langsame Kalziumeinstrom in die Herzmuskelzellen wird gehemmt. Dadurch vermindert sich die Fähigkeit der Zellen, elektrische Reize zu erzeugen und weiterzuleiten. Auch hier ist der Effekt eine Verlangsamung des Herzschlags.

Implantierbarer Cardioverter Defibrillator (ICD)

Röntgenaufnahme vom ICD im Brustkorb

Ein Implantierbarer Cardioverter Defibrillator (ICD, oder auch kurz „Defi“ genannt) wird zur Behandlung und Vorbeugung bei Kammertachykardien (Kammerflattern, Kammerflimmern) eingesetzt. ICDs sind kleine Geräte, etwas größer als eine Streichholzschachtel und ca. 70 Gramm schwer, die der Arzt im Bereich des Brustmuskels implantiert. Über eine oder mehrere Elektroden ist der ICD mit dem Herzen verbunden. Das Gerät beobachtet den Herzrhythmus und greift bei zu schnellem Herzschlag ein: Entweder in Form von kurz aufeinander folgenden schwachen, kaum spürbaren elektrischen Impulsen oder durch einen stärkeren Stromstoß (Defibrillation). So beendet der ICD die Tachykardie. Durch die Implantation eines ICDs verringert sich das Risiko eines Plötzlichen Herztodes erheblich. Vor allem für Menschen, die bereits aufgrund von Kammertachykardien bewusstlos geworden oder sogar einen Plötzlichen Herztod erlitten haben, bedeutet der ICD Sicherheit – und damit einen entscheidenden Anstieg ihrer Lebensqualität.

Katheterablation

Die Katheterablation wird vor allem bei der Behandlung von Vorhofflimmern eingesetzt. Durch die Zufuhr von Hitze (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) über einen Katheter verödet der Arzt die Herzmuskelzellen, die für die Rhythmusstörung verantwortlich sind. Ziel ist dabei, dass diese Herzmuskelzellen ihre elektrische Leitfähigkeit verlieren.

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